Nordseeurlaub 2020

Die traditionellen jährlichen Familienurlaube an der Nordseeküste wurden aus verschiedenen Gründen im Jahr 2003 aufgegeben.
Mit dem Beginn der Ausbildung in Nürnberg (und damit erstmals selbst verdientem Geld in der Geldbörse)
reifte ab 2012 der Gedanke,
die Nordsee-Urlaube in veränderter Form wieder aufleben zu lassen.
2014 war es dann so weit: der Webmaster machte sich erstmals nach elfjähriger Abstinenz wieder auf den Weg an die Nordsee -
allerdings nicht,
wie all die Jahre zuvor, auf die Insel Föhr, um nicht vom Fährverkehr abhängig zu sein.
Stattdessen nächtigte der Webmaster in einer kleinen Frühstückspension in Dagebüll,
nur etwa zehn Fußminuten vom Nordseehafen entfernt.

Seit 2014 gab es wieder fast regelmäßig Urlaube bzw. Aufenthalte im "echten Norden", nun immer zusammen mit guten Freunden -
nur 2016 und 2017 musste aus verschiedenen Gründen wieder ausgesetzt werden.

Auch im Jahr 2020 war der Webmaster wieder gemeinsam mit einem Hobbykollegen an der Nordsee, nachdem 2018 und 2019 jeweils zu dritt
"der Norden gestürmt wurde". In diesem Jahr sollte erstmals die komplett erneuerte Fotoausrüstung des Webmasters zum Einsatz kommen.

Begleiten Sie den Webmaster im Folgenden in Form zahlreicher Bilder mit durch seinen Urlaub und staunen auch Sie über die Schönheit des
Naturparks Wattenmeer.


25. Juni 2020, abends:
Startschuss für die Reise! Ich fuhr abends in meine Zweitwohnung in Chemnitz, um von dort aus am nächsten Morgen weiter zu reisen.

26. Juni 2020, früh morgens:
Auf nach Dresden! Von Dresden Hbf aus ging die Reise dann mit IC 2072 umsteigefrei weiter bis Niebüll. Besser kann man nicht reisen!

26. Juni 2020, gegen Mittag:
Itzehoe ist erreicht, jetzt übernehmen hochwertige Dieselloks:

Lokwechsel in Itzehoe

218 473 und 218 385 rangieren an IC 2072, um den Zug über Husum und Niebüll weiter bis Westerland auf der Insel Sylt zu befördern.
Das Umspannen von E- auf Dieseltraktion ist stets mit einem Aufenthalt von ca. 15-20 Minuten verbunden, weswegen ich auch nicht der einzige Fahrgast war, der sich in diesen Minuten
ein wenig frische Luft um die Nase wehen lassen hat - und natürlich war auch die Kamera mit draußen...

Wenig später ging's auch schon weiter. Unterwegs befragte ich mein schlaues Mobiltelefon, womit denn der entgegenkommende IC aus Westerland bespannt sein möge.
Es sollte die orientrote 218 319 sein! Da war die Freude natürlich groß. Und so wurde nach der Ankunft in Niebüll (bei ordentlichen Außentemperaturen um die 28 Grad)
noch das Absetzen der Kurswagen beobachtet, bis dann gegen 14 Uhr aus Richtung Sylt ein wohlbekanntes, vertrautes Brummen zu hören war:


218 319 in Niebüll

Da war sie also - und auch noch führend - eine von zwei (wieder) existierenden orientroten 218 - und die einzige mit den fotogenen
schwarzen Gummifensterrahmen. Railsystems RP aus Gotha sei Dank.

Nun erst mal den bestellten Mietwagen abholen. Europcar ist immer wieder für eine Überraschung gut. Obwohl ich explizit ein Schaltgetriebe bestellt hatte,
hatte man zunächst ein Fahrzeug mit Automatikgetriebe für mich vorgesehen. Nach dem Hinweis, ein Schaltgetriebe haben zu wollen, änderte sich die Sache -
und das Auto. Für die nächsten Tage war ich nun Fahrer eines schwarzen Skoda Octavia Combi mit 150 PS und Turbobenzinermotor. Ein schönes und wirklich
bedienerfreundliches Fahrzeug! Wohin sollte ich es also nun als erstes ausführen? Klarer Fall - auf zum Bw Niebüll:


Bw Niebüll

Ja, so was?! Für mich ist ja ein Date mit EINER Blondine schon so gut wie unmöglich - und nun stehe ich hier gleich vor zweien!
218 480 und 490 von Railsystems RP, hier mit schicken "Nasenringen", warten u. A. neben 218 832 auf weitere Aufgaben. Und ich?
Ich verließ Niebüll erst mal in Richtung Waterkant - es ging zum Nordseehafen Dagebüll. Dort herrschte jedoch ziemliches Gegenlicht,
daher gibt es von dort zunächst keine Aufnahme. Ich machte mich wieder auf die Socken und fuhr am Deich entlang in Richtung Süden, bis...


Schlüttsiel

...ich den zweiten Nordseehafen, Schlüttsiel, erreichte. Hier war ich knapp 20 Jahre nicht mehr!
Früher hatten wir hier - kurz vor dem Ziel - gerne noch einmal einen Zwischenhalt eingelegt, um über den Deich zu blicken und schon mal das Meer zu sehen.
Von Schlüttsiel aus kann man übrigens die Halligen Gröde, Hooge und Langeness anfahren, während Dagebüll das Tor zu den Urlaubsinseln Föhr und Amrum darstellt.
Schlüttsiel ist gegen Dagebüll wesentlich kleiner, verschlafener, ländlicher - aber ebenso typisch norddeutsch:


Schlüttsiel II

Beide Bilder wurden vom ungefähr gleichen Standort aufgenommen.

Jetzt wurde wieder Niebüll angefahren - das Zimmer in der Jugendherberge konnte bezogen werden - und das wurde es auch.
Auf dem Weg zur Jugendherberge kam ich noch an der Trasse der ehemaligen "Kleinbahn" Niebüll - Dagebüll Mole vorbei, wo die Norddeutsche Eisenbahngesellschaft Niebüll (neg)
mit zweimotorigen 628 (Baureihe 629) und einem "627" (eigentlich ein österreichischer 5047) unterwegs ist.
Die neg-Züge überführen auch oft Kurswagen aus IC-Zügen bis zur Dagebüller Mole. 629 505/628 506 war ohne Kurswagen unterwegs,
als ich den Triebzug bei Maasbüll fotografierte:
 
neg

Nach dem Einzug? Abendlicht ausnutzen an der bekannten Stelle an der Rampe zum Hindenburgdamm westlich von Klanxbüll (Wiedingharder Neuer Koog) -
dort kam bei schönstem wolkenlosem Wetter zunächst 247 908 "Debbie" mit dem blauen RDC-Autozug:

Debbie I

Dann rauschte der Nahverkehr von Westerland kommend in Richtung Festland. 245 026, die eigentlich für die Bespannung der DB-Syltshuttle-Züge
vorgesehen ist, hatte Dienst an diesem Zug. Derartige Einsätze kommen gelegentlich vor, wenn der Schadstand bei den blauen 245.2 zu hoch ist.
Mir war es ganz recht, denn wenn 245 026 mit Nahverkehr unterwegs war, konnte sie ja nicht am Sylt-Shuttle hängen... ;-)


RE von hinten

Jetzt aber, wenn wir hier an dieser bekannten Stelle sind, wollen wir doch auch was Richtiges sehen?!

218 321 und 466

Jaaaa, genau das! 218 321, die Einzelgängerin mit rot lackierten Alufensterrahmen, und 218 466 von Railsystems, donnern mit IC 2374 die Rampe hinauf
und verlassen in Kürze das deutsche Festland mit Ziel Westerland (Sylt). Das Bild sollte eigentlich etwas anders aussehen, aber am eigentlich
angedachten Auslösepunkt wollte meine Kamera nicht auslösen... Künstlerpech.
Beide Maschinen besitzen übrigens - an den versetzten Hutzen deutlich zu erkennen - den aufgrund seines weniger markanten Klangs eher unbeliebten
"Rasenmähermotor" vom Typ MTU 16V 4000 R40 bzw. R41, der unter anderem auch in den moderneren Lokomotiven der Baureihen 223, 246 und 285 verbaut ist.

Sylt-Shuttle

Ach ja, den Sylt-Shuttle gibt's ja auch noch. Hier müht sich 245 022 vor einer stattlichen Garnitur ab.
Die Lokomotiven der Baureihe 245 genießen natürlich nicht so eine hohe Beliebtheit wie die guten alten 218er, aber zumindest ich drücke
bei gutem Wetter trotzdem gerne auf den Auslöser, wenn eine von ihnen kommt. So lange sie noch so neu und frisch aussehen...



27. Juni 2020: Der Kollege kommt...
...und ich muss ihn vom Bahnhof abholen. Klar, denn ich hatte ja das Auto. Vom Bahnhof Niebüll aus ging es direkt bis hinter Klanxbüll zum Annettenhofweg
(der auch weiter Richtung Rickelsbüller Koog führt):


BLAUtozug

Ein blauer Autozug - und wie gestern ist es wieder 247 908, die für die Bespannung zuständig ist.
Der Himmel zeigte sich auch an diesem Morgen (und fast den ganzen Tag über) so gut wie wolkenlos - und es wäre schön gewesen,
wenn es den ganzen Urlaub über so geblieben wäre. Aber es hat nicht sollen sein.
Im Hintergrund erkennt man übrigens auch eine erst im vorigen Jahr errichtete Besonderheit: ein Formvorsignal am Gegengleis!
Zu diesem Vorsignal gibt es auch ein Formvorsignal - beide wurden eigens dafür errichtet, um fallweise ohne Befehl im Gegengleis
von Sylt her über den Damm fahren zu können.

Nach 247 908 und ihrem Autozug blieb es auch am nächsten Zug blau...


218 448 und 458, IC

...der PRESS sei Dank. Deren 218 448 und 458 (bei der PRESS als "218 054" und "218 055" bezeichnet) weilen aktuell zur Aushilfe auf der Marschbahn
und bespannen täglich ein IC-Zugpaar zwischen Itzehoe und Westerland, nachts stehen die Lokomotiven in Tinnum (Sylt) abgestellt.
Für das obige Bild düsten wir von Klanxbüll extra an Niebüll vorbei nach Risum-Lindholm, wo wir die Lokomotiven in voller Sonne ablichten konnten.
Da die IC-Züge von Westerland kommend in Niebüll meist noch Kurswagen aus Dagebüll beigestellt werden, ist hier für eine Zugverfolgung auch immer
genügend Zeit und man kommt ohne Bleifuß von Fotostelle zu Fotostelle.

...und als das Foto dann im Kasten war, wurde Niebüll (mit Halt am Bw, wo wir einen wertvollen Tipp bekamen) abermals passiert - und Klanxbüll auch,
es ging nun ganz raus, auf den äußersten Zipfel des deutschen Festlandes, gelegen am Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog. Viel weiter nördlich
kommt man auf dem deutschen Festland nicht. Nur zwei bis drei Kilometer nördlich beginnt schon das dänische Staatsgebiet.

Doch welchen Tipp hatten wir nun im Bw bekommen?


218 480 und 490 am Ende...

Es war folgender Tipp: 218 480 und 490 werden dem übernächsten Sylt-Shuttle am Zugschluss beigestellt und so nach Westerland (Sylt) überführt,
um dann dort die Bespannung eines Intercity-Zugpaares zu übernehmen! Wir hofften auf Vierfach-218 am Autozug, es wurden aber leider doch nur
die beiden "Blondies", da die Zuglok - natürlich - mal wieder eine 245 war. Dennoch, mit einem Nachschuss wie diesem hier kann man wahrlich zufrieden sein!

Und dann? Mittagszeit. Stellenwechsel, da die Sonne gewandert war. Der Hobbykollege wollte sich nun das Klanxbüller Einfahrsignal aus
Richtung Lehnshallig vornehmen - von der Seite, auf der ich bisher noch nicht gewesen bin. Da muss ich aber auch nicht unbedingt noch einmal hin:


Klanxbüll ESig

Ja... Formsignale gehen immer, aber wenn man dafür gefühlt über hundert Meter durch hoch bewachsene Wiesen und Felder streifen muss,
um dann stundenlang durstig in der vollen Sonne bratend auf Züge zu warten, dann sinkt mein Verständnis dafür.
Da bin ich dann doch zu sehr Gelegenheitsfotograf...

Viel mehr sehenswerte Bilder entstanden an diesem Tag nicht, da die Sonne dann schon zunehmend von dichten Wolken verdeckt wurde.




Am 28. Juni 2020 ging es dann mittels Sylt-Shuttle mitsamt Auto auf die schöne Urlaubsinsel Sylt.
Das Wetter sollte laut Vorhersage einigermaßen passen,
aber mittlerweile weiß ich nun wirklich,
was man von Vorhersagen so zu halten hat... nichtsdestotrotz, auf geht's:


Sylt

Was sehen wir? Wolken. Tja. Nachdem wir direkt nach der Ankunft auf Sylt den bekannten Posten zwischen Westerland und Tinnum angesteuert
hatten
(bei dem ich mich bis heute frage, wo denn da das Motiv ist...), erkundeten wir dann erst mal die Insel. Auf dem Weg nach Hörnum im südlichsten Zipfel
der Insel kamen wir dann an diversen "Pässen" zum Strand vorbei. Dieser eine hier, unweit der bekannten "Sansibar", wurde für einige Bilder ausgewählt.
Wie es hinter den Dünen aussieht, wollen Sie wissen?

FKK-Strand

Ziemlich genau so! Ein schöner Strandabschnitt, der bei passendem Wetter definitiv zum Verweilen einlädt.
Wie sich einige Minuten später herausstellte, hatte ich wohl Glück, dass hier nicht gerade jemand so herumlief, wie es möglich gewesen wäre:
es handelt sich hierbei um einen FKK-Strand, an dem das Fotografieren eigentlich verboten ist... aber wo kein Nack..., äh, Kläger, da... Sie wissen schon...

Weiter nach Hörnum - und dann klarte es auf. Also zurück nach Tinnum (bzw. Übergang Westerland/Tinnum) - denn da hatten wir noch was vor!
Vorher blieb aber noch etwas Zeit für Sightseeing. So strandet man..., nein, so sieht der Strand in Hörnum nahe des Jachthafens aus:

Strand in Hörnum

Sehr gefällig angelegt, vor allem mit dem begrünten und oben drauf gepflasterten Deich. Und wie wohnt man in Hörnum?

Wohnhäuser in Hörnum

So! Also... auch. Natürlich gibt es in Hörnum auch die typisch norddeutschen Reetdachhäuser.
Okay... Strandbilder haben wir, Häuser haben wir fotografiert - fehlt eigentlich nur noch ein Leuchtturm. Der bekannteste Sylter Leuchtturm - ebenfalls in Hörnum -
war bei unserem Besuch allerdings eingerüstet. Daher brausten wir nun vom Süden in die Mitte Sylts - zum Leuchtturm "Langer Christian" bei Kampen, der auch
auf den (eigentlich sogar offiziellen) Namen "Leuchtfeuer Rotes Kliff" hört:

Leuchtturm Langer Christian bei Kampen (Sylt)

Wer diesen Leuchtturm fotografieren oder von ganz nahem sehen möchte, muss die letzten Meter bis zum Ziel fußläufig zurücklegen.
Es ist davon abzuraten, dies nicht zu tun, wenn man nicht mit selbst ernannten Inselsheriffs in Berührung kommen möchte... ;-)

Jetzt aber, ab nach Tinnum!

Tinnum

...der IC 2315 verließ nämlich eben Westerland mit den beiden fotogenen Maschinen 218 379 und 218 832.
Für dieses Bild standen wir auf einer Brücke, unser Mietwagen parkte am Fuße der Brücke am Rand eines Privatgrundstückes.
Eine Stunde später waren wir schon wieder woanders, nämlich...


Morsum

...an der Morsumer Nössespitze, wo dann auch alsbald die beiden "Blondies" 218 480 und 490 mit einem IC vom Festland her Sylt erreichten.
Der Zug hatte zuvor in Niebüll Kurswagen abgesetzt und zählte daher nur fünf Wagen. Für dieses Bild balancierte ich halb auf einem eisernen Feldtor.
Nur so kommt man dort hoch genug, wenn man nicht gerade eine Leiter dabei hat... wobei, erhöhte Standpunkte gibt es dort einige - neben dem erwähnten
Feldtor beispielsweise Heuballen, Futtertröge, alte Anhänger, Jägerstände (theoretisch...) - und sogar Zweiwegebagger, aber dazu später mehr... ;-)

Tja, und nun? Sehen wir uns mal um, was hier noch so geht...


Retour

Das hier zum Beispiel. Fast gegenlichtig - die Rückleistung der beiden blau-beigen Schönheiten ab Westerland im Gleisbogen weit vor Morsum.
Dreht man sich hier nun einmal um...


Vom Zweiwegebagger aus...

...kann man diesen Blick umsetzen. Mal wieder war 247 908 "Debbie" am blauen Autozug, mit dem sie hier gerade den Hindenburgdamm verlassen hat und
ihre Fahrt auf Sylt fortsetzt.
Als erhöhter Fotostandpunkt diente mir in diesem Fall ein abgestellter Zweiwegebagger einer Baustelle.
Im Gegensatz zu den vorhergehenden Bildern passte hier das Licht optimal. So auch im Folgenden:


Bei Morsum

Eine 245 brummte kurz vor Morsum an einem abgedroschenen Getreidefeld und zwei Fotografen vorbei.
Sie sollte nicht die Einzige ihrer Art sein, die uns hier im besten Licht vor die Linsen fuhr...


TinnumII

245 215 und ihre unerkannt gebliebene Schwester kamen als nächstes aus Westerland gefahren, sie bringen ihren XXL-Regionalexpress mit vereinten Kräften
nach Hamburg-Altona.
Eine derartige Kombination ist übrigens ohne Weiteres nur über den modernen "Wire Train Bus" möglich, da diese Technik bei der Wendezugsteuerung
mehr als zwei Teilnehmer
(Lokomotiven, Steuerwagen) erlaubt. Die ältere, aber auch noch verbreitete "Zeitmultiplexe Wendezugsteuerung" (ZWS) kann hierfür nicht verwendet
werden, da sie nur zwei "Teilnehmer"
erlaubt und somit eine Steuerung beider Lokomotiven vom führenden Steuerwagen aus nicht möglich ist.

Begeben wir uns nun noch einige Kilometer in Richtung Tinnum:


PRESS mit Baum

218 448 und 458 der PRESS passierten mit einem ordentlich langen IC einen vom Wind gebeutelten Baum am Feldrand, ehe sie
wenige Augenblicke später auf ihrer Fahrt nach Westerland den Bahnhof von Morsum durchfuhren.
Nachdem dieses Bild im Kasten war, war es wieder Zeit für etwas Kultur: es ging zum Morsumkliff:


Morsumkliff

Eine wunderschöne raue Landschaft, einfach beeindruckend! Es ließ sich dort auch besser laufen als man vielleicht denken könnte.
Ohne Grund waren wir natürlich nicht am Kliff. Von weiter hinten bietet sich ein weiter Ausblick auf den Hindenburgdamm und damit auch
(wieder einmal) auf Züge, die sich Sylt vom Festland her nähern. Allerdings sind die Züge hier eher Beiwerk, wie die folgenden Bilder eindrucksvoll zeigen:


Kliff 1
Kliff 2
Kliff 3

Ja, das ist nun wirklich Landschaft mit Zug - wobei hier der Nahverkehr aufgrund seiner geringeren Länge wesentlich stimmiger wirkt als die langen Autozüge.
Nachdem aber auch hier die Sonne zunehmend hinter Wolken verschwand (was auch an den Schatten in den Bildern deutlich zu erkennen ist),
traten wir dann allmählich den Rückzug an und fuhren zurück nach Westerland, wo wir uns unter die Wartenden für den letzten Sylt-Shuttle des Tages mischten.
Für die Bespannung dieses Zuges war - zu unserer großen Freude - das Sylt-Shuttle-"Stammpärchen" 218 344 und 366 zuständig.
"Stammpärchen" übrigens deswegen, weil diese beiden 218 die einzigen waren, die während unseres Aufenthaltes regelmäßig am Sylt-Shuttle anzutreffen waren.

In Niebüll ergab sich beim Verlassen des Autozuges noch ein Bild unserer Zugloks:


218 344

218 344 und 366 wurden vom Sylt-Shuttle abgekuppelt und warteten nun auf die Zustimmung des Stellwerkspersonals zum Umsetzen.

Für meinen Kumpel und mich war nun Feierabend angesagt. Halt - nein, noch nicht ganz, vorher stand noch der obligatorische Abendbesuch
am Niebüller Bahnbetriebswerk auf dem Plan, der diesmal Folgendes offenbarte:


218 319

218 319 glänzte im restlichen Abendlicht am Bw vor sich hin und wartet auf die Aufgaben, die am nächsten Tag auf sie warten - nämlich IC fahren.



Am nächsten Morgen - wir schrieben den 29. Juni 2020 - begann der Tag noch vor dem Frühstück wieder mit dem "Stammpärchen" am Sylt-Shuttle.
218 366 und 218 344 brummen morgens um halb acht im wunderschönen Morgenlicht den Annettenhofweg entlang Klanxbüll entgegen:


Sylt-Shuttle mit 218

Freundlicherweise war das örtliche Windrad - wohl durch den entsprechend wehenden Wind - zur Seite gedreht worden.
Gut so, denn dadurch bestand absolut kein Risiko, dass einer seiner Flügel optisch mit dem Zug "kollidiert".

Nach dem Frühstück fuhren wir dann noch einmal nach Klanxbüll - allerdings nicht ganz so weit raus wie für das letzte Bild.
Es kam blau von der Insel Sylt herüber:


218 PRESS

Den Sylt-Shuttle, der hier fast den Intercity zugefahren hätte, finde ich im Nachhinein gar nicht so störend, er belebt meines Erachtens das Bild vielmehr.
Ohne ihn würde das Bild doch viel langweiliger wirken?!

Da das Wetter dann abzustürzen drohte, wurde nun spontan eine Idee von mir umgesetzt: wir setzten Kurs gen Süden  und besuchten die Halbinsel Eiderstedt -
genauer gesagt: den bekannten Kurort St.Peter-Ording.  Eigentlich heißt der Ort richtig Bad St. Peter, dazu gehören die Ortsteile Ording und Böhl.
Die Fahrt dort hin wurde bewusst gemütlich angegangen, damit unterwegs noch der eine oder andere Zug abgepasst werden konnte.
So zum Beispiel hier an einem Bahnübergang direkt am Abzweig Hörn unweit von Husum, wo 218 319 und 321 ihren IC 2375 nach Süden beförderten:


218 319 Husum

...und eine Drehung später kam auch schon am genannten Abzweig die Regionalbahn aus St.Peter-Ording gefahren, der Kieler 648 463/963 war's:

RB aus SPO

Vor ca. 13 Jahren bin ich hier sogar einmal selbst als Fahrgast unterwegs gewesen - im Rahmen einer Freizeit der Diakonie Hochfranken.
Damals fuhr hier allerdings noch die Nord-Ostsee-Bahn mit Fahrzeugen der Baureihe 643 (Bombardier Talent der ersten Generation).

In St.Peter-Ording hatte ich dann zwei Punkte angedacht, die ich gerne einmal wieder sehen wollte - einerseits das Evangelische Jugenderholungsdorf im Stadtteil Böhl,
in dem ich 2007 drei Wochen verbracht hatte - und andererseits das (heute leider nicht mehr betriebene) Mutter-Kind-Kurheim "Köhlbrand" in Ording in direkter Strandnähe,
wo ich um 1995 als kleiner Junge mit meiner Mutter gewesen bin. Nach der langen Zeit nun wieder einmal hier zu stehen, war ein ganz besonderes Gefühl:

Vorhaus
Hier habe ich schon geschlafen!

Und tatsächlich, auch nach über 20 Jahren  - und obwohl ich damals noch ein kleiner Junge gewesen bin - habe ich noch einiges wieder erkannt!
In dem Haus auf dem zweiten Bild ("Seestern") hatten wir damals unser Zimmer. Es war eine schöne Zeit damals.

...und man wäre ja blöd, wenn man die erwähnte Strandnähe nicht auch mal ausnutzen würde. Also dann, auf geht's:


Über die Kuppe

So sieht es aus, wenn man am ehemaligen Mutter-Kind-Kurheim vorbei geht und über die Kuppe blickt.
Das Meer ist in Sicht, davor liegt ein ziemlich breiter Strand. Bis zum Wasser ist es ein knapper Kilometer. Wir gehen weiter:


Pfahlbauten

Irgendwann, ziemlich weit vorne am Wasser, tauchen dann die für St. Peter-Ording typischen Pfahlbauten auf. Sie werden von der Strandaufsicht genutzt,
dienen aber auch als Imbiss/Gaststätte und beherbergen sanitäre Einrichtungen.
So weit vorne am Wasser hatten wir die Kameras dann mehr unter den Jacken als im Anschlag, da es wirklich sehr, sehr windig war, was auch dazu führte,
dass eine Menge Sand herumgewirbelt wurde. Das wiederum machte solche beeindruckenden Bilder möglich:

SPO Strand

Eine ganz schön windige Angelegenheit war das, als wir uns nun wieder zurück zu unserem Auto begaben. Immerhin gab es aber nun wieder etwas Sonne.

...und wenn man schon mal auf der Halbinsel Eiderstedt ist, gibt es da ja noch etwas, das man sich ansehen sollte. Kennen Sie sich aus, wissen Sie, was (oder: wen) ich meine?
Es geht um ihn hier:


Leuchtturm Westerheversand

Der wohl bekannteste Leuchtturm Deutschlands - Westerheversand! Dort kam auch tatsächlich wieder einmal für einen Moment die Sonne raus.
Den Turm wollte ich immer mit eigenen Augen sehen - dieses Jahr hatte es nun endlich mal geklappt.
Ganz in der Nähe des Turms leben übrigens auch einige flauschige Zeitgenossen, die ihr Dasein sichtlich genießen:


Lamm Westerhever

Dann ging es wieder zurück nach Niebüll. Dort wurde noch kurz am Betriebswerk vorbeigeschaut, wo sich unter anderem folgende Szene ergab:

218 466 und 417

Okay, zugegeben... 218 417 war kalt. Das Spitzensignal wurde nachträglich mittels Photoshop "eingeschaltet". Sieht einfach besser aus...
Während unserem Aufenthalt konnten wir 218 417 übrigens nur im Stand sichten.
Mit den Bildern, die an diesem Abend noch am Bw Niebüll entstanden, beschlossen wir nicht nur den 30. Juni, sondern damit auch den ganzen Monat.
Weiter ging es dann im Juli - und der 1. Juli konnte eigentlich nicht besser beginnen:

218 319 als Juli-Einklang

Bestes Morgenlicht - und eine adäquate Bespannung für den Sylt-Shuttle! Am Morgen des 1. Juli bespannten 218 319 und 218 321 einen Sylt-Shuttle
von Sylt
herüber nach Westerland - und passierten hier im schönsten Morgenlicht nicht nur den Bü "Am Rollwagenzug", sondern auch unsere Kameras.
Und wenn das Licht nun schon einmal so genial war...

245 vor Niebüll

...wollten wir es natürlich auch noch etwas ausnutzen! Also ab Richtung Klanxbüll, besser gesagt, zum dortigen Einfahrsignal! 245 027 zog dort dann auch noch
bei Morgensonne ihren Sylt-Shuttle in Richtung Niebüll an uns vorbei. Es handelt sich hierbei um das gleiche Signal, an dem auch das Bild von 218 480 und 490
am 27. Juni entstand - hier standen wir nur auf der anderen Gleisseite. Dort kommt man auch wesentlich schneller und einfacher hin... ;-)

Danach gab es erst mal Frühstück - und nach dem Frühstück waren dann aller guten Dinge drei. Nicht, was Bilder angeht, sondern Fotografen.
Ein guter Freund arbeitet als Fahrdienstleiter in Hamburg - und nachdem es schon im vergangenen Jahr nicht mit einem Treff geklappt hatte,
sollte das nun in diesem Jahr nachgeholt werden. Wir holten unseren Freund am Niebüller Bahnhof ab, der erste fotografische Anlaufpunkt hieß dann Risum-Lindholm:

PRESS in Risum-Lindholm mit Tom

Das kennen wir doch?! Ja - nur diesmal bildet nicht das Andreaskreuz die linke Begrenzung. Stattdessen bereichert das Bild ein natürlicher "Rahmen" aus
Bäumen, Sträuchern und einem noch nicht ganz hoch gewachsenen Maisfeld. Und wie üblich hatten wir auch diesmal kein Glück bei den unter uns nur kurz "Blauen"
genannten PRESS-218 - immer, wenn sie unterwegs waren, war die Sonne von Wolken verdeckt oder zumindest nicht ganz draußen...
Na ja, weiter ging's in Richtung Süden - nächster Halt war Hattstedt, dort hatte mein Mitreisender eine Fotostelle ausfindig gemacht:


218 319 Hattstedt

...und dann war auch sogleich das dritte Sonnenbild von 218 319 und 218 321 im Kasten, hier mit IC 2375 nach Karlsruhe Hbf.
Auf der Weide links waren Kühe - leider ließen sie sich nicht dazu bewegen, ganz an den Rand der Weide zu kommen, um ins Bild eingebaut werden zu können.
Das wäre das Nonplusultra gewesen - aber man kann nicht alles haben und ich brauche nun wirklich nicht 100 %, um zufrieden zu sein... ;-)

Nachdem das Bild im Kasten war, gönnten wir uns eine Pause und besichtigten das Küstenörtchen Schobüll, gelegen in einer Bucht zwischen der Halbinsel Eiderstedt
und der (Halb-)Hallig Nordstrand. Besonders fotogen - im Vergleich zu Dagebüll etwa - fand ich es dort nicht, es entstanden auch nicht unbedingt zeigenswerte Bilder.

Nach Fahrerwechsel (nun konnte ich mich als Beifahrer ausruhen) ging es wieder zurück nach Hattstedt und begaben und zum aufgelassenen Bahnhof des rührigen Dörfchens,
wo schon seit ca. 35 Jahren kein Personenzug mehr hält - wer mit dem Zug fahren möchte, muss daher in Husum zu- oder aussteigen.
Uns ging es aber ohnehin mehr um das, was hier wenig später durchfahren sollte:

Bf Hattstedt

Die sehr gepflegten 218 832 (ex 218 357) und 379 brummen mit IC 2072 aus Dresden Hbf durch Hattstedt ihrem nächsten Halt Husum entgegen.
Wir fuhren dagegen Richtung Bredstedt, wo sich von einem Parkplatz aus durch eine Baumlücke dieser Blick ergab:

Bredstedt-Blondies

218 490 und 480 an der Spitze des IC 2315 nach Frankfurt (Main) Hbf bei halbwegs guter Beleuchtung.
Dieses Bild sollte das letzte sein, bei dem drei Spiegelreflexkameras auslösten - denn unser Freund aus Hamburg musste nun wieder an die Rückfahrt denken,
da ihm noch eine Nachtschicht auf dem Stellwerk Hamburg-Elbgaustraße bevorstand. So trennten sich die Wege nun in Bredstedt wieder - und zu zweit ging
es dann weiter. Ein mittelmäßiges Bild der beiden PRESS-218 irgendwo an einem "Wald-Bü" soll ungezeigt bleiben, dafür setzen wir die Bildreise nun mit IC 2073
nach Dresden Hbf fort, für dessen Beförderung 218 379 und 832 verantwortlich waren. Die Aufnahme entstand bei Risum-Lindholm, aber einige hundert Meter
vor dem schon gezeigten Einfahrsignal-Motiv:

218 379 und 832 Risum-Lindholm

Der Tag wurde dann im weiteren Verlauf klassisch beschlossen - bei Sonnenlicht an der Fotostelle an der Rampe zum Hindenburgdamm im Bereich
Wiedingharder Neuer Koog - hier brummen 218 344 und die etwas blassere 366 (das "Stammpärchen") mit einem Sylt-Shuttle die Rampe hinauf - ein Umstand,
der mir hier einmal gleich zwei Bilder wert war:

WNK/Klanxbüll 218 344 366
Zweitauslösung

Auch etwas Nahverkehr gab es zu sehen, hier bespannt mit 245 212:

Nahverkehr

Dann kam der IC 2374 - und mit ihm natürlich auch eine dicke Wolkenfront vor der Sonne...

IC im Dunklen

Frustriert ging es dann erst mal in die "Klanxbüller Stuben" zum schmackhaften Abendessen, dem dann natürlich auch wieder der obligatorische Besuch
am Niebüller Bahnbetriebswerk folgte. Und wen oder was trafen wir dort an?

218 460 Bw ANB

218 460 "Conny" der Westfrankenbahn stand im Bw! Sie war in den Tagen zuvor am "Fehmarn-IC" eingesetzt gewesen, wo sie 218 417 abgelöst hatte -
und sie selbst wurde wiederum von 218 466 abgelöst! Einsätze am Sylt-Shuttle oder an Marschbahn-ICs sollten der Lok aber am nächsten Tag nicht bevorstehen.

218er in Niebüll

218er, so weit das Auge reicht! Links natürlich wieder 218 460, im Hintergrund die Niebüller Stammlokomotiven 218 369 und 218 380, rechts (auf dem gleichen Gleis wie 218 460)
stand (wenn ich mich richtig erinnere) 218 385. Seltsamerweise standen im Bw immer einige der Niebüller Stammloks abgestellt - trotzdem kamen während unseres Aufenthaltes
nur vergleichsweise wenige davon zum Einsatz, nämlich 218 321, 344, 366 und 385. Die anderen standen nur im Werk herum. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sämtliche Maschinen
defekt gewesen sein sollen...



Der 2. Juli - der letzte Tag, bevor wir die Rückreise antraten, war dann (von meiner Seite) für einen Besuch der Insel Föhr vorgesehen. Ich handhabe das immer so, dass ich die
Urlaubsinsel meiner Kindheit am Tag vor der Abreise besuche, da ich auf der Insel immer etwas Gebäck für die Familie besorge - und das soll ja noch halbwegs frisch zu Hause ankommen.
In den vergangenen Jahren haben wir auf Föhr auch Radtouren oder eine Busrundfahrt unternommen - dies musste heuer aus Zeitgründen und wegen Fußproblemen meinerseits
leider entfallen. Aber es gibt ja ein nächstes Mal - und vielleicht bleibe ich auch mal wieder über Nacht auf meiner Lieblings-Nordseeinsel.

Aber ganz von vorne. Nach dem (zeitigen) Aufstehen offenbarte sich wieder einmal Morgensonne, die natürlich genutzt werden sollte,
so z. B. für einen der ersten Sylt-Shuttles von Westerland herüber:


218 Klanxbüll

Hier beleuchtete die warme Morgensonne neben den beiden Zugmaschinen des Sylt Shuttle - 218 366 und 344 - auch das Ensemble aus Formhaupt- und Vorsignal,
das Klanxbüller Einfahrsignal aus Richtung Lehnshallig. Beide Signale sind dreibegriffig (Hp 0, Hp 1, Hp 2) ausgeführt. Und nur ein paar Meter weiter...

247 908 Debbie RDC

...direkt hinter einer Scheune ergab sich dieser Blick. 247 909 "Debbie" zieht einen morgendlichen Autozug Sylt aufs Festland. Nur wenige Minuten später
wäre
auch das "Loch" im Vordergrund in Sonnenlicht getaucht gewesen. Aber... Sonnenlicht? Da war doch noch was...

218 PRESS ESig Klanxbüll

...oder auch nicht. Als der IC 2311 mit den beiden PRESS-218 von Sylt herüber kam, war jedenfalls gerade keine Sonne zur Stelle...
Das blieb dann auch erst mal so, deswegen wurde nun der weitere Plan für diesen Tag verfolgt: ein Besuch der wunderschönen Nordseeinsel Föhr!
Mit Auto wäre das allerdings ziemlich teuer geworden, daher stellten wir unseren Miet-Octavia auf dem Inselparkplatz Dagebüll ab - und dann ging's auch schon los.
An Bord des Fährschiffes "Schleswig-Holstein" genossen wir die Überfahrt bei... Sonnenschein? Ja, die Sonne kam wieder raus!
Auf der Nordsee begegnete uns
zunächst der Krabbenkutter "SW4"...

Fischerboot

...und dann das Fährschiff "Norderaue" auf seinem Weg zum Festlandhafen Dagebüll, wo wir herkamen:

Norderaue

An dieser Stelle hätte ich nun auch gerne einige Impressionen der "Friesischen Karibik", wie Föhr auch genannt wird, gezeigt, aber aufgrund der recht starken
Fußschmerzen habe ich daran leider gar nicht mehr gedacht. Stellvertretend wenigstens eine Aufnahme aus dem Archiv - vom 20. Oktober 2018:

Strand in Wyk

Blick von der Strandpromenade Wyks in Richtung Hafen - die "Norderaue" liegt vor Anker. (Archivbild)
Typisch norddeutsch gab es dann erst einmal ein schmackhaftes Fischbrötchen zum Mittagessen, anschließend ging ich (alleine) noch einige Besorgungen
machen, ehe ich mich dann wieder an der Strandpromenade mit meinem Kumpel traf. Mittlerweile war wieder traumhaftes Urlaubswetter - ja, so kannte und
kenne ich die wunderschöne Urlaubsinsel Föhr!

Doch den Kumpel zog es aufgrund des sonnigen Wetters natürlich wieder zur Eisenbahn - und so ging es dann zeitnah wieder aufs Festland -
dort wurde dann erst mal
wieder das Bw Niebüll angefahren, wo nach wie vor u. A. 218 460 "Conny" anzutreffen war:

218 460 Bw ANB

Für IC 2073 mit den beiden Railsystems-"Blondinen" ging es dann ein letztes Mal nach Risum-Lindholm, wo uns ein "Rindviech" beim Fotografieren
kritisch beobachtete:

IC 2073

Im Anschluss durchfuhren wir Niebüll wieder, es ging nun nach Lehnshallig. Für mich erwies sich der Rest des Urlaubs nun aufgrund meiner anhaltenden Fußschmerzen
mehr oder weniger als Tortur, was mir (unter anderem in Form von Unlust) wohl auch anzumerken war. Dennoch konnte ich mich auch in Lehnshallig ein paar Mal aufraffen,
meinen Allerwertesten vom Beifahrersitz des Octavia zu erheben, um den Auslöser meiner Kamera zu betätigen, so z. B. bei 247 909 "Anne",
die mir zuvor immer nur ohne Sonne
vor die Kamera gefahren war:

247 909

Aber auch zum Stamm-Pärchen 218 366 und 344 konnte ich nicht Nein sagen, auch wenn sie aus dem Gegenlicht kamen:

218 366 344

Lichttechnisch passend, aber mit etwas Bewölkung kamen dann 218 321 und 319 - wie gehabt am IC 2374:

218 321 und 319

Aber dann! Sonne passt, Loks passen - 218 344 und 366 mit einem Sylt-Shuttle rauschen durch Lehnshallig, nur...

218 344 366

...musste natürlich ausgerechnet dann ein Radfahrer kommen! Das hat aber meinem Kumpel mehr ausgemacht als mir, ich sehe das nicht so eng.
Für mich belebt der Radfahrer die Szene.

Nun ja. Es ging dann erst mal zum Abendessen nach Klanxbüll in die Pizzeria im Bahnhofsgebäude.
Beim Abendessen reifte der Entschluss, noch einmal "ganz raus" zum Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog zu fahren, um dort im letzten Abendlicht einige
Stimmungsaufnahmen anzufertigen. Mehr aus Solidarität zu meinem Kumpel als aus eigenem Willen sagte ich zu - und so ging es los.
Wider Erwarten konnte ich die gut 500 Meter zwischen Parkmöglichkeit und Fotostelle draußen am Koog dann doch recht schmerzarm zurücklegen.

Erster Zug bei Sonnenuntergangsstimmung war ein RDC-Autozug, dem wieder 247 909 "Anne" vorgespannt war:

Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog am Abend

...zur Überbrückung der Wartezeit dann ein Stillleben mit dem Deichtor, das hier eine unerlaubte Überfahrt über die Gleise verhindert:

Stillleben mit Deichtor

Und schließlich der letzte Sylt-Shuttle des Tages mit 218 366 und 344 an der Spitze:

Sylt-Shuttle am Abend

Damit endete nun unser letzter vollständiger Urlaubstag an der Nordsee. Eine knappe Woche hatten wir nun hier verbracht, die Gegend genossen,
Züge fotografiert - und natürlich auch Spaß gehabt! Gute Stimmung und ein harmonisches Miteinander, das gehört zu einem solchen gemeinsamen Urlaub
einfach dazu, ohne geht es gar nicht.



3. Juli 2020 - Abreisetag:

Keine Morgensonne, aber nach Frühstück und Abreise aus der Jugendherberge ergaben sich noch ein paar Fotogelegenheiten,
ehe wir unseren schwarzen Octavia, der uns den Urlaub über ein treuer Begleiter war, zurückgeben mussten.
Erster Anlaufpunkt war dabei die Brücke nahe des südlichen Einfahrsignals von Niebüll, ganz in der Nähe des Autozugterminals (rechts im Bild):

Morgen-IC mit PRESS-218, ANB

Ein Muss war dann als allerletzte Aktion vor der Abgabe natürlich noch mal das Bw Niebüll, hier gaben sich gerade 245 026 - die einzige Niebüller 245
mit Kontrollziffer
an den Fronten - und 218 810 (218 159) ein Stelldichein - die beiden Lokomotiven glänzten um die Wette:

Bw ANB mit zwei Generationen

Wenn man bedenkt, dass 218 810/218 159 bereits 48 Jahre alt ist... das Alter sieht man der formschönen und gepflegten Lokomotive wahrlich nicht an!

Nun wurde also das Auto abgegeben und zu Fuß der kurze Marsch zum Bahnhof angetreten - die erste Etappe der Heimreise, bis Hamburg Hbf,
legten wir
mit IC 2375 zurück, der natürlich auch heute wieder von 218 319 und 218 321 traktioniert wurde.
In Itzehoe ein letzter - dankbarer - Blick zurück auf unser orientrotes Zugpferd:

218 319 und 321 gehen in AIZ vom Zug.

Während die beiden 218 vorne abgekuppelt wurden, bekam unser Zug am Schluss schon die 101 für die Weiterfahrt beigestellt, es ging also ab jetzt
Steuerwagen voraus weiter. Im Hamburger Hauptbahnhof trafen wir während unseres planmäßigen Aufenthaltes noch einmal kurz auf unseren Freund,
der uns wenige Tage zuvor besucht hatte, ehe wir dann mit einem ICE (in Form eines 411) weiterreisten.

Das nächste - und letzte - Mal kam die Kamera aus der Tasche, als ich bereits wieder in der Heimat angekommen war und in Hof Hbf auf die Weiterfahrt wartete.
650 724 "Bad Rodach", der seinerzeit erste "gewappnete" agilis-Regioshuttle, und ein fast voller Vollmond bildeten den Abschluss dieser Reise:

Hof Hbf

Na dann, in diesem Sinne:

Ende


© Jan Bulin 2020